Gefäßerkrankungen - Wenn Aterien und Venen Sorgen machen

Christina Müller
Periphere arterielle Verschlusserkrankung Die periphere arterielle Verschlusserkrankung(pAVK), bei der die Blutversorgung der Beine oder der Arme durch eine Verengung der Arterien gestört wird, ist eine häufige Erkrankung, die mit steigendem Lebensalter deutlich zunimmt. Die Patienten haben zusätzlich ein stark erhöhtes Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko. Von der Verschlusserkrankung sind in Deutschland 1,1 Millionen Männerbetroffen und 830.000 Frauen. Die pAVK reduziert die Lebenserwartung um etwa zehn Jahre. Die Erkrankung entwickelt sich allmählich und ruft oft erst im höheren Lebensalter Beschwerden hervor. Sie macht sich unteranderem durch Schmerzen in den Beinen nach einer gewissen Gehstrecke bemerkbar. Damit signalisiert die Muskulatur, dass sie unter Sauerstoffmangel leidet. Ursache sind die verengten Arterien, durch die nicht so viel Blut fließen kann, wie benötigt wird. Die Folge ist eine Art Muskelkater. Wird die Durchblutung immer weiter behindert, stellen sich die Schmerzen auch bei Ruhe ein, besonders nachts. Des Weiteren heilen infolge der schlechten Durchblutung auch kleinste Verletzungen nur noch schlecht, offene Beine entstehen, Infektionen können auftreten und Gewebe kann zugrunde gehen. Im schlimmsten Fall wird sogar eine Amputation notwendig. Im fortgeschrittenen Stadium sind oft auch Symptome zu bemerken, die Schlaganfällen ähneln – vorübergehende Sprachstörungen oder leichte Lähmungserscheinungen. Die Verschlusserkrankung kann durch zahlreiche Risikofaktoren ausgelöst werden wie Übergewicht, Diabetes, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte und Nikotin. Durchblutungsstörungen lassen sich mit Farbultraschall erfassen und bewerten. Basistherapie im frühen Stadium ist die Behandlung mit einem Gehtraining. Auch die medikamentöse Behandlung ist möglich. Bei fortgeschrittener pAVK kommen operative Verfahren in Betracht. Der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg liegt jedoch in der konsequenten Bekämpfung der Risikofaktoren. Dadurch wird auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall gesenkt.

Chronische Venenerkrankungen Venen leisten Schwerstarbeit. Täglich müssen sie rund 7000 Liter Blut zum Herzen zurücktransportieren- gegen die natürliche Schwerkraft. Kommt das Blut nur noch verzögert an, hat das schwerwiegende Folgen. Erste Anzeichen sind Schweregefühl und Schwellneigung in den Beinen. Dann empfiehlt sich der Gang zum Arzt. Viele Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Venenkrankheiten. Jede sechste Frau und jeder siebte Mann hat eine chronische Venenschwäche,13 Prozent aller Erwachsenen sind von einer schweren Venenschwächemit deutlichen Hautveränderungen (Dunkelfärbung, Narbenbildung, Verhärtungen)und Ulcerationen betroffen. 20 Prozent aller Patientenklagen über Beschwerden wie Schwellungsneigung oder Schweregefühl. Beschwerden können bis hin zum offenen Bein reichen. Klinische Anzeichen einer Venenschwäche sind die Ausbildung von Krampfadern, Besenreiser oder auch kleine sichtbare erweiterte Venen. Als Risikofaktoren gelten die genetische Belastung, Übergewicht, Schwangerschaften sowie zunehmendes Alter. Der Verlauf der Venenkrankheit ist aber nicht schicksalhaft. Das frühzeitige Erkennen und die konsequente Behandlung können bestehende Beschwerden wirksam zum Verschwinden bringen oder lindern und den Patientenvor schweren Folgeschäden schützen. Sie können selber viel gegen Ihre Beschwerden tun: Bewegen Sie sich soviel wie möglich – vor allem die Bein- und Wadenmuskulatur! Lagern Sie Ihre Beine so oft als möglich hoch! Schlagen Sie nicht die Beine übereinander! Tragen Sie bequemes Schuhwerk und verzichten Sie auf einengende Unterwäsche und Kleidung! Der Spezialist hat verschiedene Möglichkeiten Venenkrankheiten zu behandeln: Er berät, ob eine Entlastung der Beine durch Kompressionsstrümpfe, eine medikamentöse Behandlung, Verödung oder Operation eingesetzt werden sollte.


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