Sportmedizin

Dr. med. Alexander Darui
In unserer dynamischen Gesellschaft, in der viele Menschen auf ihre Mobilität aber auch die Erhaltung genau dieser zunehmend angewiesen sind, ist die Anzahl der Sporttreibenden Menschen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Die Motivation ist vielschichtig. Sie findet sich in Aspekten des persönlichen Wettkampfes, einer gewissen Zweckmäßigkeit (Aufbau und Pflege sozialer Kontakte in Sportvereinen) sowie in gesundheitlichen Gründen. Der Begriff Sport ist „...aus der Sicht der Medizin die muskuläre Beanspruchung mit Wettkampfcharakter oder mit dem Ziel einer hervorstechenden persönlichen Leistung“ (vgl. Hollmann/Sportmedizin). Betrachtet man die Entwicklung des Sportes in den letzten Jahren, so trifft diese Beschreibung wohl nicht mehr auf alle Sporttreibenden zu. Im sogenannten Breitensport, in der vor allem die Freude am Sport, gepaart mit gewissen Wettkampfzügen, die Hauptmotivation darstellt, findet sich eine stetig wachsende Zahl Sporttreibender, für die der gesundheitliche Aspekt vorrangig ist. Ihre Motivation ist die Prävention vor Krankheiten ebenso wie die Rehabilitation von Krankheiten. Die Art und Ausdauer der sportlichen Belastung ist für einen gesunden Menschen völlig anders als für einen Sportler, der ein medizinisches Problem aufweist. Hierzu bedarf es in der Sportmedizinweiterer kardiomedizinischer Untersuchungen, Lungenfunktionstestungen oder Untersuchungen der Blutbestandteile in der Zusammensicht mit Ergebnissen spezifischer Wirbelsäulenergebnisse, um für diese Patienten eine exakte Aussageüber Art und Intensität der sportlichen Belastung aussprechen zu können. Vom sogenannten Breitensport zu unterscheiden ist der Hochleistungssport. Auch hier sind regelmäßige Untersuchungen notwendig, allerdings mit dem Ziel, die eigene Wettkampftauglichkeit im Sinne einer Leistungssteigerung kontinuierlich zu verbessern. Auch die richtige Ernährung spielt für den Erfolg eines Sportlers eine wichtige Rolle und muss anhand verschiedener Parameter individuell ausgerichtet werden. Für den zukünftigen Erfolg eines Sportlers ist die Art und Weise des Muskeltrainings entscheidend, also die Art der Arbeitsverrichtung mit entsprechendem Nährstoff- und Stoffwechselverbrauch. Längere dynamisch gleichmäßige Arbeit ist vor allem geprägt durch aerobe Stoffwechselvorgänge, während statische Vorgänge mit mittlerer oder kurzer Intensität durch anaerobe Vorgänge gekennzeichnet sind. Entscheidend ist, ob die biochemischen Reaktionen innerhalb des Kraftwerks der Zelle (Mitochondrien)mit Sauerstoff (Aerob)ablaufen oder außerhalb der Mitochondrien ohne Sauerstoff(Anaerob) und damit Lactatbildend. So wirkt sich aerobes Ausdauertraining positiv aus auf das Herz und Gefäßsystem, die Lunge sowie auf den Zuckerstoffwechsel und ist bei bestehenden Krankheiten grundsätzlich zu bevorzugen. Bei regelmäßiger sportlicher Betätigung besteht auch grundsätzlich eine Verletzungsgefahr. Sportverletzungen machen ca. 20 Prozent aller Unfälle aus. Hierzu zählen Prellungen mit ca. 35 Prozent, Muskel- und Bandverletzungen ca. 22,5 Prozent und Knochenbrüche ca. 28,5 Prozent. Diese verunfallten Patienten müssen versorgt werden, entweder konservativ mittels Gelenktapes, manueller Therapie (Chirotherapie), Akupunktur zur Schmerztherapie oder mit Medikamenten. Bei Brüchen erfolgt eine invasive Behandlung in traumatologisch spezialisierten Zentren der Krankenhäuser. Dieses potentielle Risiko sollte jedoch niemanden zurückhalten, der sich bisher zum Sport noch nicht durchringen konnte. Der positive Benefit einer regelmäßigen sportlichen Betätigung schlägt sämtliche pharmakologisch wirksamen Medikamente.


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