Behandlungskonzept bei chronischen Rückenschmerzen

Grego Braakhuis
Ein interdisziplinärer Behandlungsansatz aus ärztlicher Therapie, Physiotherapie und medizinischer Trainingstherapie

Rückenschmerzen haben sich zu einer Volkskrankheit entwickelt und zählen zu den häufigsten, kostenintensivsten und medizinisch ungelösten Problemen in Deutschland. Rein statistisch gesehen sind sie die zweithäufigste Ursache für das Aufsuchen eines Arztes. Rückenschmerzen sind häufig chronisch und kehren somit immer wieder. Die Ursachen und beeinflussenden Faktoren sind vielfältig.

Die Therapie der Rückenschmerzen ist komplex und hängt in ihrer Wirksamkeit von der Ursache, der Erkrankungsdauer, dem Chronifizierungsgrad und der Kooperativität des Patienten ab. Die multiprofessionelle Zusammenarbeit ist somit in der heutigen Zeit unerlässlich für den Therapieerfolg. Die interdisziplinären Behandlungselemente umfassen die medikamentöse und nicht-medikamentöse ärztliche Behandlung, die Physiotherapie und die medizinische Trainingstherapie.

Physiotherapeutische Maßnahmen werden eingesetzt zur Schmerzlinderung, Steigerung der Beweglichkeit, Regulation des Muskeltonus und Stabilisierung und Kräftigung der Wirbelsäule. Ebenso wird das wirbelsäulengerechte Verhalten im Alltag erlernt.

In der medizinischen Trainingstherapie liegt das Ziel in der Optimierung der muskulären Situation des Patienten. Hierzu zählt sowohl die Stabilisierung der Wirbelsäule als auch die Kräftigung der Rumpf-, Schulter- und Halsmuskulatur. Dadurch werden muskuläre Dysbalancen beseitigt und die Belastbarkeit der Wirbelsäule gesteigert.

Im Mittelpunkt der langfristig orientierten Trainingstherapie gegen Rückenschmerzen steht also eine intensive körperliche Aktivierung mit dem Ziel, Rückfällen vorzubeugen. Für das weitere Training zuhause erlernen die Patienten zusätzlich individuelle Gymnastikprogramme. In der medizinischen Trainingstherapie werden die Patienten vom Beginn der Behandlung bis zur vollständigen Wiederherstellung ihrer muskulären und körperlichen Leistungsfähigkeit im Alltag, Beruf und Sport kontinuierlich begleitet.

Nach Auswertung der Angaben der Patienten wurde festgestellt, dass diese mit dem durchgeführten Maßnahmenmix im Alltag belastbarer sind und ihre Schmerzen besser bewältigen können. Auch ihr Verhältnis zu körperlicher Betätigung hat sich verändert. Unerlässlich für den Erfolg sind die Befunderhebung mittels Tests, die Steuerung und Regelung des Trainings mit einem individuellen Trainingsplan für jede Trainingstherapieeinheit, ständiges Feedback des Trainierenden und die Auswertung der Ergebnisse. Um jederzeit in den Trainingsprozess eingreifen und Belastungen verändern zu können, ist eine exakte Trainingsdokumentation wichtige Voraussetzung. Trotz vorhandener, aber deutlich verringerter Schmerzen, führen die Patienten auch weiterhin regelmäßig ein Bewegungsprogramm durch.


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